• Susan Tewes

Von einem Fremden entführt auf den Osterinseln?


(der verlorene MOAI - die Albatros)


Westlich der Osterinsel liegen wir auf Rede. Vom Schiff aus sieht die Insel recht karg aus. Sie besteht aus drei Vulkanen, die deutlich an ihrer Hügelform zu erkennen sind. Da zu früheren Zeiten alle Palmenbestände, für den Transport der Moais, abgeholzt wurden, ist die Insel mehr oder weniger baumlos. Eben anders als man es für eine Südseeinsel erwarten würde. Nur in Stadtnähe und an vereinzelten Stellen gibt es Bäume und Palmen. Sandstrände gibt es nur 2 kleine, aber die sind auch nicht die Attraktionen der Insel. Das sind die Moais und deren Geschichte und ganz besonders die Inseleinwohner - dass sagte schon unser Lektor an Bord. Er schwärmte von seinem Aufenthalt vor über 20 Jahren, als wäre er Gestern dort gewesen. Etwas neugierig war ich nun doch.....

So ließ ich mich früh morgens mit dem ersten Tender an Land bringen. Zurück schauend sah ich die strahlend weiße Albatros auf diesem unglaublich tief, blauen Meer -was für ein Anblick.


An Land gab es nun zwei Möglichkeiten, entweder ein Auto mieten und zusätzlich 80,- Eintrittsgebühren für den Nationalpark bezahlen, oder zu Fuß die “Stadt” Hanga Roa und die Küstenlinie mit einigen Moais erkunden. Ich entschied mich für die 2. Variante. Ich hatte einfach Lust mich mal treiben zu lassen. ☀️


So landete ich relativ schnell auf der Terrasse eines gemütlichen Hotels und genoss die Köstlichkeiten vom Buffett und das WLAN (so ein lebendiger Freund auf dem Display hat dann doch einen höheren Reiz als ein alter Moai ☺️). Letztendlich hatte ich ein tolles Gespräch mit der Dame die mich bediente. Sie brachte mir sogar eine Blume fürs Haar und während im Hintergrund einheimische Musik lief, sich vor mir das Wasser am Felsen brach, telefonierte ich mit Frank und vergaß die Zeit. Erschreckend stellte ich fest, dass mir nicht mehr viel Zeit blieb. Als ich dann zahlen wollte, sagt doch die Dame .... “Das Frühstück geht aufs Haus, Grüße deinen Freund und habt noch eine schöne Zeit zusammen” dann drückte sie mich.... wow, da war ich platt 😳


Total entspannt und happy über dieses Erlebnis schlenderte ich weiter. Dann sah ich wie ein Mann, auf seinem Motorrad sitzend, versuchte ein Selfie von sich mit der Albatros im Hintergrund zu schiessen. Ich bot ihm meine Hilfe an und so lernte ich Renato kennen. Er ist Einheimischer und fragte mich relativ schnell was ich denn schon von der Insel gesehen hätte.... tja, also, ähm... bislang nur meinen Freund ?!?🙄😬🙈 als ich ihm sagte, ich hätte auch nur noch 2 Stunden, guckte er mich an und meinte dann: ”Das reicht um dir die Insel zu zeigen. Komm, spring auf !”. Hab ich richtig gehört? 🤔 Ich schaute ihn mir mal genauer an.... keine Alkoholfahne, keine komischen Pupillen, eigentlich sah er sehr vernünftig aus und verstanden hatten wir uns auf Anhieb. So hab ich nicht lange überlegt und bin auf seine Enduro gesprungen. Ohne Helm, in kurzer Hose und T-shirt. Meinen Hut klemmte ich unter den Arm. War das unvernünftig ? Natürlich, war es das nicht. Aber wir hatten so viel Spass! Mit wehenden Haaren saß ich auf der Enduro und spürte die Sonne auf meiner Haut und die Seeluft in meinen Lungen. Der Himmel war so unfassbar blau und die Wiesen so unglaublich grün. Um andere Autofahrer musste ich mir keine Sorgen machen - wir waren die einzigen auf der Strasse. Und so fuhren wir mit der knatternden Enduro über die Insel, immer schneller und lachend, als wenn wir alte Freunde wären. Am Ende habe ich jede wichtige Sehenswürdigkeit der Insel gesehen und so viel von dem Leben auf der Insel erfahren, dafür bin ich unglaublich dankbar. Das sind die Begegnungen und Erfahrungen warum ich das Reisen so liebe. Daher ist es gerade auf einer Kreuzfahrtreise so wichtig, sich auch auf neue Wege einzulassen und sich, wie in meinem Fall, auch mal trauen ganz alleine treiben zu lassen. Wäre ich nicht alleine unterwegs gewesen, dann wäre das Gespräch und sein Angebot mich mitzunehmen, so nie zustande gekommen.

Am Ende hat er mich pünktlich um 16:15 am Tender Boot abgesetzt.

Zum Abschied sagte Renato: “you made my day, Susan”. Und wieder stand ich da - sprachlos



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